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Lamers begrüßt die Aufhebung des Weihnachtsverbots an Istanbuler Lisesi-Schule

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Heidelberg/Weinheim, Prof. h. c. Dr. Karl A. Lamers, hat mit Erleichterung auf die Rücknahme des Weihnachtsverbots an der Schule Istanbul Lisesi reagiert: „Es ist gut und richtig, dass von Seiten der Schulleitung eine Klarstellung erfolgt ist. An der Schule arbeiten 35 Lehrerinnen und Lehrer, die mit deutschen Steuergeldern bezahlt werden. Wir investieren hier jährlich über eine Million Euro. Auf der Basis des Kulturabkommens von 1957 dient die Schule dem kulturellen Austausch unserer Länder. Die Vermittlung unserer Werte und Traditionen, wie etwa des Weihnachtsfestes, ist elementarer Bestandteil dieser Kooperation."

Gestern war berichtet worden, es habe an der Istanbuler Schule die Anweisung gegeben, auf Weihnachtslieder und Adventsfeiern zu verzichten sowie Adventskalender zu entfernen. Die Teilnahme des Schulchors an einem Weihnachtskonzert im deutschen Generalkonsulat wurde verhindert.

„Leider fügt sich diese Episode – auch wenn jetzt eine Korrektur erfolgt ist – in die besorgniserregenden Entwicklungen der vergangenen Monate ein. Bei meinen Reisen nach Incirlik, Ankara und Istanbul konnte ich mir vor Ort ein Bild über die Situation machen. So verständlich der Wunsch nach Stabilität nach dem Militärputsch und den zahlreichen Anschlägen vor Ort ist, müssen rechtsstaatliche Maßstäbe gewahrt werden. Das ist leider schon lange nicht mehr der Fall, wenn man bedenkt, dass in den letzten Monaten nahezu 100.000 Menschen aus den Bereichen Schule, Wissenschaft, Militär, Politik und auch Journalisten beurlaubt, entlassen oder sogar inhaftiert wurden.
Für uns ist klar: Weihnachten gehört zu Deutschland. Einschränkungen bei der Religionsfreiheit sowie bei der Vermittlung unserer Kultur in steuerfinanzierten Projekten darf es nicht geben.
Und auch in unserem Land gilt: Sankt Martin ist nicht ‚Sonne, Mond und Sterne' und Weihnachten ist Weihnachten und kein Winterfest."

Hintergrund: Das Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei ermöglicht die Entsendung deutscher Lehrerinnen und Lehrer an türkische Schulen. Am Istanbul Lisesi gab es einen solchen Austausch bereits vor dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1915. Die Schüler werden in deutscher Sprache unterrichtet und können das Abitur ablegen. Insgesamt sind gegenwärtig circa 80 deutsche Lehrer in der Türkei tätig und werden aus Bundesmitteln bezahlt. Kerninhalt des Abkommens zwischen beiden Staaten ist die Vermittlung der gegenseitigen Kulturgüter.


© Bundestagsabgeordneter Dr. Karl A Lamers 2017