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Dr. Karl A. Lamers MdB: Afghanistan stabilisieren – gegen überhasteten Abzug der NATO

Der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Dr. Karl A. Lamers MdB, hat heute im Verteidigungsausschuss die Bundesregierung aufgefordert, politisch und militärisch auf die neue Sicherheitslage in Afghanistan nach dem Sturm auf Kundus durch die radikal-islamistischen Taliban zu reagieren. Die Vereinbarung der NATO-Staaten, nach dem Ausstieg aus dem Kampfeinsatz „ISAF" 2014 bereits zum Ende des nächsten Jahres auch die gegenwärtige Ausbildungsmission „Resolute Support" zu beenden, müsse dringend überdacht werden.

„Seit Montag haben wir eine Zuspitzung der Situation in Afghanistan, die vielleicht dazu führt, dass hunderttausende Menschen aus diesem Land fliehen. Das müssen wir verhindern", so Lamers. „Wir brauchen jetzt eine sachgerechte Entscheidung für 2016, die sich nicht an vereinbarten Zeitlinien, sondern an der konkreten Sicherheitslage vor Ort in Afghanistan orientiert. Irak und Libyen müssen Weckrufe sein. Länder zu früh ihrem Schicksal zu überlassen, kann sich manchmal verheerend auswirken.
Nicht zuletzt schulden wir unseren im Kampf in Afghanistan Gefallenen und den vielen an Körper und Seele verwundeten Soldaten, dass wir den Afghanistan-Einsatz zum Erfolg führen und das Erreichte nicht durch einen überhasteten Abzug gefährden.
Für mich sind NATO alle 28 Mitgliedsstaaten, die entscheiden. Ich gehe davon aus, dass für US-Präsident Obama sein Abschied als Präsident Ende nächsten Jahres nicht entscheidend dafür ist, bis dahin die Truppen seines Landes aus Afghanistan zurückzuziehen – unabhängig von der konkreten Sicherheitslage.
Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass unsere Bundeskanzlerin und die Bundesregierung das gewachsene Gewicht Deutschlands in der Welt in den Gesprächen mit US-Präsident Obama und allen übrigen NATO-Staaten zur Geltung bringen können, um eine sachgerechte Lösung zu erlangen.
Nur wer Perspektiven für sich in seinem Land sieht, wird dort auch bleiben. Deshalb darf es keinen überhasteten Abzug aus Afghanistan geben! Viele Flüchtlinge kommen heute schon nicht nur aus Syrien und dem Irak, sondern auch aus Afghanistan. Wir müssen jetzt etwas tun – wir müssen handeln!
Darin stimme ich ausdrücklich der Einschätzung von Landesbranddirektor Hermann Schröder, dem Leiter der ‚Stabsstelle Flüchtlingsunterbringung' im baden-württembergischen Innenministerium zu, der wegen der dramatischen Lage am Hindukusch mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen aus Afghanistan rechnet."


© Bundestagsabgeordneter Dr. Karl A Lamers 2017