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Dr. Karl A. Lamers besucht Diakonisches Werk und Caritasverband

20120730 KALKiFoe-150x93Dr. Karl A. Lamers MdB besucht Diakonisches Werk und CaritasverbandDas Diakonische Werk und den Caritasverband hatte sich Dr. Karl A. Lamers MdB für seine diesjährige Sommertour durch seinen Wahlkreis für Weinheim ausgesucht. Der amtierende Präsident des NATO-Parlaments, Experte für Außen- und Verteidigungspolitik informierte sich beim heutigen Termin insbesondere über den Kinderförderfonds Neckar-Bergstraße sowie die Stiftungsinitiative Altersarmut von Frauen, um “auf diesem Feld vertieft Eindrücke und Informationen zu bekommen“.
Frau Anne Hansch vom Diakonischen Werk Weinheim, Frau Ulrike Herrmann von der Caritas Bezirksstelle Weinheim , Herr Dr. Feser Veeser und Frau Gertrud Oswald vom katholischen Pfarrgemeinderat St. Marien sowie Dekan Rainer Heimburger vom evangelischen Dekanat Ladenburg-Weinheim gaben Einblicke in die Arbeit von Diakonie und Caritas. Zusammen mit dem Vorsitzenden der CDU Weinheim, Roger Schäfer, und dem CDU Vorstandsmitglied Barbara Ofstad entspann sich alsbald eine lebhafte Diskussion über Kinderarmut und sozialen Wandel.. „In unseren heutigen Zeiten ist jeder Normalverdiener nur ein Jahr von Hartz IV entfernt“, so Hansch.

Mit dem Kinderförderfonds wurde auf regionaler Ebene eine Ergänzung zum Bildungspaket des Bundes geschaffen. Seit fünf Jahren besteht der Fonds als Initiative von Caritasverband und Diakonischem Werk zur Bekämpfung von Kinderarmut und hilft unbürokratisch bei kinderindividueller Unterstützung von Schulbedarf, Klassenfahrten, Sportvereinsbeiträge u.ä. Dabei ist wichtig, dass die entsprechenden Anträge nicht nur von Eltern, sondern auch von Schulen, Kindergärten und Vereinen gestellt werden und die Mittel auch direkt an diese Träger fließen können. Dadurch ist sichergestellt, dass das gesamte häusliche und soziale Umfeld sensibilisiert wird, Mängel und Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und Abhilfe zu schaffen.

In den letzten fünf Jahren wurden so dank der Weinheimer Bevölkerung, Vereinen und Firmen insgesamt 250.000 € an Spenden eingenommen und Einzelmaßnahmen für 180.000 € umgesetzt. Bis 200€ pro Kind und Jahr Förderung sind grundsätzlich möglich. Als flankierende Maßnahme ist die Bekanntmachung des Fonds auf kommunaler Ebene in Schulen, Kindergärten und Vereinen in den letzten Jahren erfolgt. Gleichzeitig ist Öffentlichkeitsarbeit auch auf der Einnahmenseite sehr wichtig, denn der Fonds bestreitet alle seine Ausgaben auf Spendenbasis; die Verwaltungskosten werden von Caritas und Diakonie in Gänze übernommen. „Das ist schon ein gewichtiges Argument, wenn ich sagen kann, dass wirklich alle Spenden den Kindern zugute kommen“, kommentiert  Dekan Rainer Heimburger die Vorzüge des Fonds gegenüber potentiellen Spendern.

Großen Wert legen die beiden hauptamtlichen Sozialarbeiterinnen auf die unbürokratische Vorgehensweise des Kinderförderfonds. Gerade mal zwei Seiten lang ist der Antrag, die Bewilligung läuft nach festgesetzten Kriterien zeitnah und im Unterschied zu dem Bundesbildungspaket ist Hilfestellung über Hartz IV Empfänger hinaus auch für geringverdienende Familien sehr oft möglich. Den Hinweis von Frau Herrmann, an der Umsetzung des Bildungspakets müsse noch gearbeitet werden, nimmt Dr. Lamers als klares Feedback mit zurück nach Berlin. Auch die Vergabe der Leistungen des Pakets über die Job-Center halten die praxiserprobten Sozialarbeiter für nicht effektiv – trotz und wegen der zusätzlichen Verwaltungskosten. Die Zahlen des Landkreistages zeigten deutlich, dass zumindest eines der Ziele des Bildungspakets nicht erreicht werde – nämlich Kindern, die heute keinen Zugang zu Vereinen haben, entsprechende Mitgliedschaften zu ermöglichen. So seien 78% der Antragssteller bereits Mitglied in einem Verein gewesen. Auch Lernförderung werde aufgrund der komplexen Voraussetzungen nur von wenigen in Anspruch genommen.

Fazit von Dr. Lamers: „Zielrichtung muss es sein, das Bildungspaket zu entbürokratisieren. Gerade weil ich hier kein Fachpolitiker bin, kann ich in die entsprechenden Gremien die Meinung der Fachleute vor Ort einbringen, um die Förderung sinnvoller an die Basis zu kriegen.“
Zweiter Teil des Infogesprächs - das Thema „Altersarmut von Frauen“. Die hier gegründete Weinheimer Stiftungsinitiative von der Weinheimer Sponsorin Frau Martina Schildhauer aus dem Jahre 2009 hat sich zum Ziel gesetzt, notleidenden Frauen ab 65 Jahren im Kirchenbezirk Weinheim/Ladenburg, die trotz hoher Lebensleistung arm sind, möglichst unbürokratisch und direkt zu helfen – als einmalige Hilfe in besonderer Notsituation.  Unterstützt wird die Stiftungsinitiative dabei von der Freudenberg Stiftung und vom Diakonischen Werk in Weinheim, das die Anträge Betroffener annimmt und bearbeitet.

Hierzu berichtet Dr. Lamers auch aus Berlin. Die im März verfasste Erklärung zur Ergänzung des Rentendialogs seitens der Bundesregierung, die ein Konzept zur Verhinderung der Altersarmut vorsieht, baut auf drei zusätzliche Säulen, die durch Umschichtungspotenzial im Sozialleistungssystem finanziert werden sollen:
1.    Zuschußrente zur Aufstockung der Rentenansprüche auf Grundversorgungsniveau
2.    Erwerbsminderungsschutz verbessern
3.    obligatorische Altersvorsorge für Selbständige

Zusätzlich zu diesen Säulen verwiesen die heutigen Gesprächspartner auf die Notwendigkeit bezahlbaren Wohnraums im Alter, bezahlbarem Strom und Zugang zu Krankenversicherung. „In Würde alt werden“, fasst Dr. Lamers zusammen, „ist eine zentrale Herausforderung der demografischen Verschiebungen, die wir berücksichtigen müssen. Und dabei geht es nicht um Wahlversprechen, sondern um nachhaltigen Umbau der Sozialssysteme, um dieser Herausforderung vor dem Hintergrund des anstehenden öffentlichen Schuldenabbaus gerecht zu werden.“ Alle Gesprächsteilnehmer wünschen sich, zu diesen Themen aktiv im Gespräch zu bleiben.

Spendenkonten:
Diakonisches Werk – Kinderförderfonds Neckar Bergstraße, Volksbank Weinheim, Kontonr. 0005406609, BLZ 670 923 00
Diakonisches Werk Weinheim
Verwendungszweck: „Altersarmut von Frauen“
Deutsche Bank Weinheim (BLZ 670 700 10), Konto 5812011


© Bundestagsabgeordneter Dr. Karl A Lamers 2017